Ein Ort, den man normalerweise nicht besuchen kann

Wie verabredet fanden sich alle angemeldeten Teilnehmer um 10 Uhr am Treffpunkt; dem P+R Parkplatz in Wuppertal Vohwinkel ein, so dass unser Guide Michael uns pünktlich in Empfang nehmen konnte.  In originaler Bundesbahnuniform begrüßte er uns und schon startete die Bahnhofsführung des Jugendstilbahnhofes von 1909 in Vohwinkel. Zunächst ging es auf den Bahnhofsvorplatz, wo wir die Geschichte der Bahnstrecken sowie die Entwicklung der Bahn in Wuppertal Vohwinkel erfuhren.

         

Nach einem lebendigen Exkurs über das Treiben in der Bahnhofshalle in früheren Jahren, verschwanden wir in den nicht öffentlichen Bereich. Wir tauchten in die Geschichte des Gebäudes ein und durch die spannenden Erzählungen von Michael, sahen wir das alte Treiben des Bahnhofschefs sowie des Wirtes der Bahnhofsgaststätte förmlich vor uns. 

Ob die alte Wohnung des Wirtes, die keine eigene Küche besaß, den Besuch auf dem Speicher der Bahnhofshalle oder auch die Geschichten im Keller, Michael ließ nichts aus. Auch der Speisenaufzug, der Eiskeller in dem angeblich auch Schwarzfahrer eingesperrt wurden, und die Wäscherei, alles brachte er uns lebhaft rüber, als sei es gestern gewesen. Durch alte bunkerähnliche Gänge ging es zum Lichthof. Dort erfuhren wir, warum manche Gärten in der Umgebung heute noch die dicksten Kartoffeln haben. Zum Schluss zeigte er uns noch den alten Posttunnel und wir erfuhren, warum dieser doppelstöckig angelegt wurde, was es mit den alten Bahnsteigkarren auf sich hat und warum unten Aufzugschächte zu finden waren. Danke an Michael für die interessanten Einblicke und „Annekdötches“ – wie man in Wuppertal sagt.

Wieder an der frischen Luft ging es dann zur Schwebebahnstation:
Wir fuhren die 13,3 km lange Strecke bis Oberbarmen und wieder zurück. Stefan erzählte entlang der Wupper über seine Heimatstadt. Besonders angetan hatte allen die Geschichte vom Elefanten Tuffi, der in den 50er Jahren eine Schwebebahnfahrt zur Werbung für einen Zirkus startete. Vermutlich ausgelöst durch ein Blitzlichtgewitter der Presse, wollte Tuffi nach kurzer Fahrt wieder aussteigen und- jeder kennt die Geschichte- landete in der Wupper. Das ist tatsächlich so gewesen, Gott sei Dank ist Tuffi bis auf eine kleine Schramme unversehrt geblieben.  Highlight der Fahrt war für uns deshalb die Steinfigur eines Elefanten, der heute zur Erinnerung an die „Unglücksstelle“ in der Wupper sitzt.

Der Wettergott meinte es weiter gut mit uns und wir starteten sodann mit geöffneten Dächern die Tour zum vorletzten Programmpunkt. Über das schöne alte Dorf Gruiten fuhren wir über Schöller und zur A535. Letztendlich ging es über Cronenberg, durchs Moorsbachtal, dann durch die Ortschaft Westen in Remscheid zur Bundeshöhe auf Lichtscheid zum Schwebebahnbistro. Dort hatte man für uns Parkplätze sowie einen halben Schwebebahnwagen reserviert. Ja, richtig gelesen.

Es handelte sich jedoch um ein altes abgehängtes Fahrzeug von 1972, dass mittlerweile zum Bistro umfunktioniert war. Ein passender Abschluss, zum Verkehrsgeschichtlichen Thementag den wir mit Waffeln, Currywurst, Kartoffelsuppe, Reibekuchen und anderen leckeren bergischen Spezialitätenbei bei guter Laune ausklingen ließen.

Fazit: Ein schöner Tag mit einer gut gelaunten Gruppe mit viel Abwechslung, Spaß und tollem Herbstwetter.

Wir danken allen, die teilgenommen haben. Uns hat es einen Riesenspaß gemacht mit Euch. Schön das Ihr dabei wart.

Eure Silke und Stefan

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